Interview: Marie-Pierre Emorine

Willkommen bei Libellulôbar, wer bist du, dein Lebensweg?
Also mein Vorname ist Marie-Pierre und mein Familienname ist Emorine – richtig, Emorine ist nicht mein Vorname! Ich bin 38, habe 2 Kinder und den Mann meines Lebens, der übrigens in seiner Freizeit auch Künstler ist! In unserer Familie wird also Kreativität groß geschrieben. Mein Lebensweg ist schnell erzählt, ich habe nach dem Abitur 3 Jahre Werbung studiert! Ich weiss, ich habe das in der falschen Reihenfolge gemacht… aber was zählt ist am Ende das zu machen, was einem Spaß macht…

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Woher kommst Du?
Ich lebe in der Französischen Region Saône-et-Loire (71), im Süden der Bourgogne, in Macon oder genauer in Charnay-les-Mâcon… Ich bin eher ein Stadtmensch aber ich liebe es auch, hier auf dem Lande zwischen Weinstöcken oder in den Bergen von Macon spazieren zu gehen…

Welche Technik(en) benutzt du? Arbeitest du eher mit einer Farbpalette, mit Pinseln, Stiften….?
Da ich den ganzen Tag vor dem Computer sitze, freue ich mich abends, meine Maus zur Seite zu legen und meine Stifte und Pastelfarben in die Hand zu nehmen. Ich benutze sie mit der Fingerspitze, ich tupfe trocken, ich füge eine weiter Schicht hinzu, ich vermische das farbige Pulver auf unterschiedlichen Papieren, die ich dann in Stücke reisse und aufklebe… Dann zeichne ich meine kleinen Spitzen dazu, so etwas wie eine Unterschrift, die sich in allen meinen Werken findet!

Wie würdest du deinen Stil beschreiben?
Man hat mir schon häufig gesagt, ich hätte einen typischen Stil aber ich habe wirklich Probleme, das zu definieren. Das einzige, was ich sagen kann, ist dass ich meine Illustrationen nicht ohne Farben verwirklichen kann. Vielleicht übertreibe ich mit meinen Farben, aber ich kann es wirklich nicht lassen, sowohl in meiner Inneneinrichtung als auch in meiner Kleidung…

Was inspiriert dich?
Das Problem ist, dass mich alles mögliche inpiriert! Was mich besonders inspiriert, sind jedoch Stoffe und Textilien mit verschiedensten Motiven und Mustern, Stolas, Schmuck, Verziehrungen und die Spitzen meiner Oma. Ich kann nicht nähen oder häkeln, deshalb zeiche ich!

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Bist du hauptberuflich Künstlerin?
Ich würde sehr gern! Das ist mein Traum. Aber mein Job als Grafikerin gibt mir auch die Möglichkeit kreativ zu sein. Ich bin jetzt seit 17 Jahren in der gleichen Firma und es macht noch immer so viel Spaß wie am Anfang. Das ist ein passionierender Beruf und ich bin sehr froh, mir diesen ausgesucht zu haben!

Zu welcher Tageszeit bist du am kreativsten?
Nach meinem 8-stündigen Arbeitstag nehme ich meine Pastelfarben abends in die Hand, sobald die Kinder schlafen, oder am Wochenende oder wenn es meine Arbeitszeit zulässt. Das ist frustrierend, denn ich denke den ganzen Tag an meine Illustrationen, ich habe nicht genug Zeit, und ich bräuchte mehrere Leben um allles unter einen Hut zu bekommen!

Brauchst du Lärm oder absolute Stille um kreativ zu sein?
Lärm nervt und dekonzentriert mich…. aber ich höre gern z.B. Tiersen oder die Musik aus dem Film „Das Piano“ von Nynam… Und einige Songs können mich auch künstlerisch inspirieren, wie z. B. das Lied von Arthur H « le danseur sur son fil…. »

Erinnerst du dich an deine erste Kreation? Was war das?
Ich habe schon immer gemalt aber muss zugeben, dass mich zu Anfang Disney inspirierte, ich habe pausenlos Schneewittchen oder Mini gemalt… und das ist komisch, denn meine Tochter Charlotte, 7 Jahre, macht genau das gleiche – nur das die Prinzen sich etwas verändert haben!

Welchen anderen Künstler bewunderst du?
Am meisten bewundere ich Klimt… ich habe seine Gemälde im Museum der Schönen Künste in Wien gesehen und das war wirklich beeindruckend… es war schwer meine Augen wieder von diesen gold- und detailreichen grandiosen Werken zu lösen. Ansonsten Giacometti, Matisse, Cézanne, Monet, Morandi, Rodin, Claudel, Ernest Pignon-Ernest, Bilal und viele andere! Und dazu viele gegenwärtige Illustratoren von Jugendliteratur… Dautremer, Puybaret….

Hast Du einen Blog, eine Website… wo wir deine Werke finden können?
Mein Blog ist mein Tagebuch, meine Zeichenmappe, eine Stück Spitze…http://emorinemarie.blogspot.com

Ein Schlußwort?
Ich möchte keinen Schluß, kein Ende. Ich werde immer zeichnen… Zeichnen ist für mich eine Therapie, eine Wohltat, ich fühle mich gut, wenn ich Papier und Stift in der Hand habe…. ich möchte meine Passion und meine Freude anderen vermitteln und ich hoffe das mir das gelingt..

3 Magneten von Marie-Pierre Emorine sind bei uns im Magnet-Shop erhältlich: Gewürzhexe, Kopf in den Wolken und die Zeichnerin…

Dies ist eine Übersetzung eines Interviews aus unserer Französischen Site.

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